Freistellungsbescheinigung

Was ist eine Freistellungsbescheinigung?

Eine Freistellungsbescheinigung ist ein amtliches Dokument des Finanzamts, das Unternehmen im Bau- und Immobilienbereich von der Bauabzugssteuer befreit.

Freistellungsbescheinigung:

1. Einführung – Bedeutung im Bau- und Immobilienwesen

In der Immobilien- und Baubranche ist die Freistellungsbescheinigung ein zentraler Nachweis, um die Bauabzugssteuer von 15 % gemäß § 48 EStG zu vermeiden. Sie wird vor allem dann benötigt, wenn Bauleistungen an Unternehmer oder juristische Personen erbracht werden.

Ohne gültige Freistellungsbescheinigung ist der Auftraggeber verpflichtet, die Bauabzugssteuer vom Rechnungsbetrag einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen.

2. Wer braucht eine Freistellungsbescheinigung?

  • Bauunternehmen – um ihre Rechnungen ohne Steuerabzug bezahlt zu bekommen

  • Handwerksbetriebe im Baugewerbe – z. B. Maler, Dachdecker, Installateure

  • Immobilienunternehmen – bei größeren Sanierungsprojekten

  • Hausverwaltungen – wenn sie Bauleistungen beauftragen

3. Ausstellung und Zuständigkeit

Die Freistellungsbescheinigung wird vom zuständigen Finanzamt des Unternehmens ausgestellt. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen steuerlich zuverlässig ist, also keine gravierenden Steuerrückstände oder Pflichtverletzungen vorliegen.

4. Gültigkeit und Verlängerung

Eine Freistellungsbescheinigung wird in der Regel für ein Jahr ausgestellt, manchmal auch für mehrere Jahre. Unternehmen sollten rechtzeitig vor Ablauf einen Verlängerungsantrag stellen, um Zahlungsausfälle durch einbehaltene Bauabzugssteuer zu vermeiden.

5. Inhalt einer Freistellungsbescheinigung

  • Name und Anschrift des Unternehmens

  • Steuernummer

  • Gültigkeitszeitraum

  • Ausstellende Behörde

  • Hinweis auf die Befreiung von der Bauabzugssteuer

6. Folgen fehlender Freistellungsbescheinigung

Liegt keine gültige Bescheinigung vor, muss der Auftraggeber 15 % Bauabzugssteuer an das Finanzamt abführen – selbst wenn der Auftragnehmer seinen steuerlichen Pflichten nachkommt.
Für Bauunternehmen kann das zu Liquiditätsengpässen führen.

7. Online-Prüfung

Über das Portal der Bundeszentralamts für Steuern (BZSt) können Auftraggeber prüfen, ob eine Freistellungsbescheinigung gültig ist. So lassen sich Betrugsfälle oder veraltete Bescheinigungen vermeiden.

8. Relevanz bei Immobilienprojekten

Gerade bei Immobilienverkäufen mit umfangreichen Sanierungen oder Neubauten ist die Freistellungsbescheinigung ein wichtiger Bestandteil der Projektabwicklung, um Liquidität und reibungslose Zahlungen sicherzustellen.

9. Antragstellung – Schritt für Schritt

  1. Kontakt mit dem Finanzamt aufnehmen

  2. Antragsformular ausfüllen (häufig online möglich)

  3. Steuerliche Zuverlässigkeit nachweisen

  4. Bescheid abwarten

  5. Bescheinigung an Auftraggeber weiterleiten

10. Rudkowski & Hag – Wir kümmern uns um reibungslose Abläufe

Gerade für private Bauherren oder Investoren kann die Thematik komplex wirken. Rudkowski & Hag – Ihr #Lieblingsmakler – prüft für Sie, ob beauftragte Unternehmen eine gültige Freistellungsbescheinigung haben. So vermeiden Sie unnötige Steuerabzüge und rechtliche Komplikationen.

Fazit

Die Freistellungsbescheinigung ist ein unscheinbares, aber unverzichtbares Dokument für eine steuerlich saubere und liquide Projektabwicklung im Bau- und Immobilienbereich. Wer frühzeitig handelt, spart sich Ärger, Zeit und bares Geld.

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